Wie AV-Technologie die User Experience an Hochschulen bereichert

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Bei der AVIXA Higher Education Conference 2020 diskutierten Experten, wie Technologie die Bildungserfahrung an Universitäten verbessern kann. In unserer digitalisierten Welt, in der Fernkommunikation immer wichtiger wird, sind Präsenz und Teilhabe zwei Hauptaspekte der Erfahrung von Lernenden.

In Zeiten von Education 4.0 werden benutzerfreundliche AV- und IT-Lösungen zu einem entscheidenden Bestandteil im Bildungsbereich. Der effektive Einsatz von Technologien für die optimale Lernerfahrung von Studenten war das Thema der diesjährigen AVIXA Higher Education Conference, die im Rahmen der Integrated Systems Europe 2020 stattfand.

„Holographische Akademiker“

In Zeiten der digitalen Transformation wird Fernunterricht an immer mehr Standorten zu einem Standard in der Hochschulbildung. Dom Pates, Senior Educational Technologist an der City University London, präsentierte „holographic lecturing“, also holografische Vorlesungen, als eine Form des Live-Unterrichts auf Distanz mit Hilfe von Telepräsenztools, die in den nächsten Jahren Bestandteil des Lehrplans werden könnten.

Wird „holographic lecturing“ zum neuen großen Trend? Foto von Andrea Glang-Tossing

Nach Ansicht des Forschers ermöglicht das Erscheinungsbild eines Dozenten als lebensgroße, sich bewegende holografische 3D-Einheit neue Möglichkeiten, um Studenten zu begeistern. Die holografische Projektion geht über die Anwesenheit einer Person mittels Videokonferenz-Tools hinaus, da sie mit den Lernenden tatsächlich vor Ort zusammen zu sein scheint. Offensichtlich wirft die Einführung holografischer Projektionen im Bildungskontext verschiedene logistische, technische und ethische Fragen auf. Dom Pates entwarf für sein Publikum bei der AVIXA Higher Education Conference einen Miniatur-Workshop für spekulatives Design. Die Workshop-Gruppen erarbeiteten „Was wäre wenn“-Szenarien, um auf die Herausforderungen hinzuweisen, die sich bei der Verwendung von Holografie an Universitäten in Bezug auf Inklusion, Datenschutz und Identitätsbetrug ergeben könnten.

Neue Formen von Inklusion dank Digitalisierung

Alistair McNaught, Consultant für Barrierefreiheit, sprach in seiner Präsentation darüber, wie AV-Technologie an Universitäten Inklusion verbessern kann. Er gab den Zuhörern einen Überblick über die bevorzugten Medien von blinden und tauben Studenten sowie von Menschen mit Legasthenie und Mobilitätsstörungen. Insgesamt ist das am wenigsten bevorzugte Medium Text, während Audio und Video für die verschiedenen Nutzergruppen insgesamt am besten geeignet sind. Dennoch ist noch immer Text ein weit verbreitetes Lernmedium an Universitäten, da er von Dozenten sehr leicht zugänglich gemacht werden kann. Alistair McNaught wies darauf hin, dass insbesondere Live-Stream-Videos eine effektive Möglichkeit bieten, behinderten Studenten die Teilhabe in Echtzeit zu ermöglichen, indem physische Hindernisse für die Präsenz an der Universität überwunden werden. Solche Möglichkeiten der Fernteilnahme sind auch besonders wichtig im Hinblick auf die wachsende Zahl von Menschen, die mit psychischen Problemen konfrontiert sind. AV-Technologie ermöglicht es Studierenden, an Vorlesungen teilzunehmen und ihr Lernpensum zu bewältigen, ohne dass sie in Phasen, in denen ihre Krankheit den Besuch der Universität unmöglich macht, physisch anwesend sein müssen. Alistair McNaught wies darauf hin, dass die Anforderungen an Barrierefreiheit im Bildungsbereich gut erfüllt werden können mit digital verbessertem Lehren und Lernen, da es potenziell zugänglicher ist als traditionelle Vorlesungen, gedruckte Bücher und Papers. Eine wichtige Voraussetzung für eine angemessene digitale Lehre ist ein gut ausgebildetes Universitätspersonal mit digitaler Kompetenz. Das Erasmus finanzierte Projekt Future Teacher 3.0 bietet Angebote für kostenlose Mitarbeiterschulung, Kompetenzerwerb und Selbsteinschätzung.

Campus-übergreifende Präsenz

Robin Støckert von der Norwegian University of Science and Technology (NTNU) stellte den internationalen gemeinsamen Masterstudiengang „Music, Communication and Technology“ (MCT) der NTNU und der Universität Oslo (UiO) vor. Er bietet Kurse in maschinellem Lernen, Programmieren von Mehrkanalaudio und Ambisonics, Motion Tracking sowie Kurse zu Unternehmertum und Forschungsmethoden. In diesem Masterprogramm werden die meisten Lern- und Lehraktivitäten in Echtzeit gleichzeitig an beiden Standorten durchgeführt. Ein Portal-Raum auf jedem Campus dient als latenzarme, ständig aktive Verbindung zwischen NTNU und UiO. Als Teil ihres Masterprogramms sind die Studenten für den Betrieb und die Wartung dieser Portale verantwortlich. Ein Beispiel für ihre gleichzeitigen campusübergreifenden Projekte ist das gemeinsame Musikmachen. Ein Teil des MCT ist das dreijährige Forschungsprojekt student active learning in a two‐campus scenario (SALTO), das der spezifischen Studiensituation gewidmet ist. Es befasst sich mit den Herausforderungen, mit denen die Pädagogik konfrontiert ist beim campusübergreifenden, teambasierten Lernen in gemeinsamen, onlinebasierten Lernräumen. Robin Støckert wies in seinem Vortrag darauf hin, wie wichtig es ist, eine nahtlose Verbindung zwischen den Campussen zu schaffen, um eine gute User Experience und eine angemessene digitale Präsenz zu gewährleisten, die er definiert als das Gefühl eines sozialen und mentalen Verbundenseins.

AV – It’s not a man’s world

Präsenz und Teilhabe sind auch für die einzige weibliche Panel-Teilnehmerin bei der AVIXA-Higher Education Conference Schwerpunktthemen. Karolina Jawad wählte für ihren Vortrag den Titel Technical AV roles and the Glass Ceiling, um die Probleme anzusprechen, mit denen Frauen in Bezug auf Teilhabe und Anerkennung in der männlich dominierten AV-Welt konfrontiert sind. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin ist Studentin des Master-Studiengangs „Music, Communication and Technology“ (MCT). Darüber hinaus ist sie Co-Vorsitzende der Vereinigung „Women Nordic Music Technology“ (WoNoMute).

Die Organisation „Women Nordic Music Technology“ (WoNoMute) Illustration von WoNoMute

Laut Karolina Jawad ist es an der Zeit, AV-Umgebungen und technische Bereiche zu diversifizieren, da sie die allgemeinen gesellschaftlichen Probleme in Bezug auf Rasse, Geschlecht, Klasse, Alter und sexuelle Orientierung widerspiegeln - denken Sie etwa an das manifeste Stereotyp des „Sound Guy“. Karolina Jawad kritisiert, dass die AV-Welt von einem Mangel an Mentoren und überzeugenden Rollenmodellen für Frauen geprägt ist. Darüber hinaus gebe es ein Lohngefälle, von dem insbesondere Minderheiten betroffen sind, sowie eine feindselige Sprache und Fehlverhalten, das oft nicht sanktioniert wird. Um die Sichtbarkeit weiblicher Vorbilder zu erhöhen, wurde im August 2018 WoNoMute als horizontale Netzwerkorganisation an der Norwegian University of Science and Technology (NTNU) in Partnerschaft mit der Universität Oslo (UiO) gegründet. Ziel der Vereinigung ist es, Empowerment-Netzwerke aufzubauen, um die Arbeit von Frauen im interdisziplinären Bereich der Musiktechnologie auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene zu fördern. Zu den Aktivitäten der Organisation gehören Workshops, Seminare sowie ein Besuchsprogramm für Universitäten, um junge Frauen für Technik zu begeistern.

Konfiguration von Bildungsräumen für eine bessere Lernerfahrung

Zeitgemäß gestaltete Lernräume sind eine wichtige Voraussetzung für Teilhabe an Universitäten. Um Bildungsumgebungen zu optimieren, haben Forscher der TU Delft den Interactive Education Spaces Configurator (TUDESC) entwickelt. TUDESC visualisiert Anforderungen an Lesbarkeit, Sichtlinien, Sitzplatzkapazitäten und Barrierefreiheit in Hörsälen und passt die Raumplanung entsprechend an.

Die Testversion des von der TU Delft entwickelten Interactive Education Spaces Configurator (TUDESC). Screenshot von Piet van der Zanden

Piet Van der Zanden von der TU Delft stellte die Testversion von TUDESC auf der AVIXA Higher Education Conference vor. Der Raumkonfigurator hilft bei der Erstellung von Anforderungsprogrammen für zeitgemäße Lernräume, indem er zum Beispiel die veränderten Anforderungen an einen Hörsaal hinsichtlich der Lesbarkeit von Schrift an einem Whiteboard anpasst, wenn die Sitzplatzkapazität erhöht wird. TUDESC ist urheberrechtlich geschützt und von der TU Delft lizenziert. Die Universität bietet auch das frei verfügbare Cookbook Education Spaces an. Das Cookbook bietet Informationen für die verschiedenen Stakeholder bei der Gestaltung von Bildungsräumen wie Lehrkräfte und pädagogisches Hilfspersonal sowie Designer, Consultants und Lieferanten. Das Cookbook enthält eine Klassifikation von Lehrmethoden, eine Übersicht über die Typologien von Bildungsräumen sowie Anforderungen und Richtlinien für verschiedene Lernorte. Obwohl das Cookbook sich auf Lernumgebungen auf dem Campus der TU Delft bezieht, stellt es auch für Stakeholder an anderen Universitäten eine interessante Quelle dar. Weitere Informationen über die Anforderungen an technologische Infrastrukturen an Universitäten im Zeitalter von Education 4.0 bieten die AV/IT Infrastructure Guidelines for Higher Education von AVIXA.


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